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Radio Dispositiv

die Sendung im Programmfenster

Live zu hören auf ORANGE 94.0 in Wien, FRO in Linz, FREIRAD in Innsbruck, PROTON in Dornbirn, Radio B138 in Kirchdorf oder zu beliebigen Zeitpunkten hier auf diesem Web2.0site. Auch bekömmlich als PODCAST Feed:

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Der junge Organist Jan Kopřiva beendet eben sein Masterstudium an der Universität für Musik und darstellende Kunst Wien, sein Repertoire reicht vom Frühbarock bis in die Gegenwart. Im Studiogespräch schildert er die Vielfalt, die sich im Orgelbau über die Jahrhunderte entwickelt hat. Denn die eine Orgel, auf der sich alles gut spielen lässt, die gibt es nicht und kann es nie geben, zu verschieden sind die Anforderungen. So tut man gut daran, für Aufnahmen und Konzerte die richtige Orgel im passenden Raum zu suchen, denn die Akustik ist entscheidend. Oder umgekehrt, sich bei der Stückwahl nach den Gegebenheiten des betreffenden Instruments zu richten.

Da gerade historische Orgeln nicht selten Unikate sind, finden sich Organistinnen und Organisten oftmals an für sie neuen Instrumenten mit recht unterschiedlichen Eigenschaften. Das erfordert hohe Flexibilität und die Fähigkeit, auch mit überraschenden Situationen umzugehen. Denn letztlich sind Orgeln hochkomplexe Maschinen, deren Mechaniken auch einmal versagen können. Doch der Improvisation kam beim Orgelspiel seit jeher eine große Rolle zu.

Youtube Jan Kopřiva spielt ‚Im Walde‘ von M.K. Čiurlionis
Website Die Harbich-Baustelle – Franz und seine Orgeln

Als politische Kämpferin der europäischen Arbeiterbewegung ist Rosa Lxemburg im Gedächtnis geblieben. Weniger bekannt sind ihre wissenschaftlichen Arbeiten, insbesondere ihr 1913 erschienenes Hauptwerk ‚Die Akkumulation des Kapitals‘ und die darin entwickelte Imperialismustheorie verdienen Beachtung und nähere Auseinandersetzung. Trug sie damit doch viel zum Verständnis der kapitalistischen Wirtschaftsweise bei, analysierte sowohl ökonomische als auch gesellschaftliche Zusammenhänge und formulierte Gedanken, die auch heute noch von Relevanz sind.

Mit diesem wichtigen Aspekt ihres Wirkens befasst sich der in Wien lebende Ökonom Koen Smet in seinem Beitrag zur demnächst erscheinenden Anthologie ‚Rosa Luxemburg – Von der Ikone zur Person‘. Live im Studio diskutiert er mit Margarete Maurer, Philosophin, Naturwissenschaftlerin und Herausgeberin besagten Buches, welche Bedeutung Luxemburgs Arbeit als kritische Politökonomin in ihrer Zeit hatte und was wir auch heute noch daraus lernen können.

Website Koen Smet
Website Rosa Luxemburg Institut (RLI)
Website Verein für interdisziplinäre Forschung und Praxis (ViF)
Website Philosophische Praxis Veranstaltungen
Youtube Channel Philosophische Praxis
Website Nächte der Philosophinnen
Website RLI Verlag

Rosa Luxemburg – Von der Ikone zur Person Teil I

Anfang November 2025 wurde dem Freien Radio Orange 94.0 seitens der Stadt Wien die Einstellung der Förderung mit Ende des laufenden Jahres angekündigt. Unter Hinweis auf langfristige Bindungen und Verantwortlichkeiten, die unmöglich so kurzfristig aufzulösen sind, konnte für 2026 immerhin das Zugeständnis eines stark gekürzten Notbudgets erreicht werden. Unter schmerzhaften Einsparungen bleibt also ein knappes Jahr, um das Radio neu zu strukturieren und seine Finanzierung auf gänzlich andere Beine zu stellen. Möge die Übung gelingen.

Doch Orange 94.0 ist lediglich ein Beispiel für den Druck, unter den zahlreiche zivilgesellschftliche Einrichtungen geraten sind. Leidtragende sind nicht nur die direkt betroffenen Projekte und Institutionen, oftmals sind ganze Gesellschaftsgruppen vom Verlust ihrer Orte, Vernetzungen und Services bedroht. Wichtige zivilgesellschaftliche Errungenschaften fallen Maßnahmen zum Opfer, deren Sparpotenzial mehr als zweifelhaft ist, weil nicht selten mit hohen Kostenzuwächsen an anderer Stelle gerechnet werden muss.

Hans Christian Voigt vom Vorstand des Trägervereins von Orange 94.0 analysiert die Situation und erläutert Strategien, mit deren Hilfe das Schlimmste abgewendet werden könnte.

Website Orange 94.0

Auch nach 1945 war militärische Gewalt beileibe nicht aus Europa verschwunden, mehrfach fand sie direkt an Österreichs Grenzen statt. Es waren keineswegs Jahrzehnte himmlischen Friedens, die mit Russlands fehlgeschlagenem Versuch, die Ukraine in einem Blitzkrieg niederzuwerfen, unvermittelt endeten. Weder in Europa, noch sonst wo auf der Welt.

Dennoch ist seither vieles anders. Der Krieg ist in den Köpfen angekommen und scheint ein bedrohlich großes Stück Richtung Normalität gerückt, wenn ausgerechnet der Präsident der westlichen Führungsmacht militärische Gewalt unverhohlen als legitimes Mittel seiner Politik betrachtet. Aufrüstung gilt als scheinbar alternativloses und kaum hinterfragbares Gebot der Stunde.

Aber ist das alles wirklich so unausweichlich, wie es den Anschein hat? Mitnichten, meint Claudia Brunner, Sozialwissenschaftlerin und Leiterin des Zentrum für Friedensforschung und Friedensbildung der Universität Klagenfurt. Ganz im Gegenteil, der erschreckend schnell wieder geläufig gewordenen Kriegslogik muss widersprochen, eine Friedenslogik entgegengesetzt werden.

Live im Studiogespräch diskutiert sie mit der Philosophin Margarete Maurer, wie gelebter Antimilitarismus in Zeiten rollender Panzer und todbringender Drohnen aussehen kann.

Webste Zentrum für Friedensforschung und Friedensbildung
Website Epistemic Violence
Website transcript Claudia Brunner
Website Verein für interdisziplinäre Forschung und Praxis (ViF)
Website Philosophische Praxis Veranstaltungen
Youtube Channel Philosophische Praxis
Website Nächte der Philosophinnen

Themenverwandte Sendungen der Reihe:

10.02.2025 – Was heißt Frieden – Margarete Maurer, Brigitte Holzner
08.04.2024 – Sexualisierte Gewalt in bewaffneten Konflikten I – Margarete Maurer, Brigitte Holzner, Rosa Logar, Matthias Hirsch
26.08.2024 – Sexualisierte Gewalt in bewaffneten Konflikten II – Margarete Maurer, Brigitte Holzner, Matthias Hirsch

Maria Radutu, Eva Klampfer aka LYLIT und Phoebe Violet. Drei Musikerinnen, die sich in mehreren musikalischen Welten bewegen, jede für sich und alle gemeinsam. Dienstag 17. Februar 2026 treffen sie einander im MuTh zu einem Abend jenseits aller gemeinhin zwischen Klassik, Pop und Soul vorschnell gezogenen Grenzen. Zwei Klaviere werden auf der Bühne stehen, es wird gesungen und gespielt, soviel ist klar. Was sonst noch erwartet werden darf, verraten Eva Klampfer und Maria Radutu live im Studiogespräch.

Website MuTH Maria Radutu & LYLIT feat. Phoebe Violet
Website Maria Radutu
Website LYLIT
Website Phoebe Violet

Als einflussreiche Vertreterin der europäischen Arbeiterbewegung und streitbare Kriegsgegnerin, die für ihre Anti-Kriegs-Reden und für ihre sozialistischen Haltungen mehrfach Gefängnisstrafen auf sich nahm, ging Rosa Luxemburg in die Geschichte ein. Im Verlag des Rosa Luxemburg Institutes (RLI) kommt demnächst ein neues Buch über sie heraus, in dem Margarete Maurer als Herausgeberin und Mitautorin Texte von zwölf Autorinnen versammelt, die wichtige Aspekte ihrer facettenreichen Persönlichkeit und ihres Wirkens aus unterschiedlichen Positionen beleuchten.

Die Bauingenieurin und Sozialwissenschaftlerin Evelin Wittich setzt sich in ihrem Beitrag mit Luxemburgs Bezügen zu Natur, Naturwissenschaften und Politik auseinander. Drei Bereiche, die sowohl in ihrem Leben als auch in ihrer Arbeit eng miteinander verflochten waren.

Neben Rosa Luxemburgs Bedeutung als historische Persönlichkeit interessiert insbesondere die Frage, welche Erkenntnisse und Orientierungen für unsere gegenwärtige Situation sich aus ihrem Denken und ihrem Werk ziehen lassen.

Website Rosa Luxemburg Institut (RLI)
Website
Verein für interdisziplinäre Forschung und Praxis (ViF)
Website Philosophische Praxis
Veranstaltungen
Youtube Channel
Philosophische Praxis
Website
Nächte der Philosophinnen
Website
RLI Verlag
Website
Rosa Luxemburg Stiftung (RLS)

Rosa Luxemburg – Von der Ikone zur Person Teil II

Jürgen Schmidt ist Mitbegründer und CEO eines IT Unternehmens, das unter anderem maßgeschneiderte Managementsysteme entwickelt, die sowohl zur Unterstützung innerbetrieblicher Arbeitsabläufe als auch der Präsentation nach außen dienen. Doch auch Forschung abseits konkreter Projekte wird betrieben. So ist die Auseinandersetzung mit KI schon seit Jahren ein wichtiges Thema und hat auch fallweise bereits zu praktischen Anwendungen geführt. Dort nämlich, wo ihr Einsatz tatsächlich sinnvoll erscheint, das heißt einen feststellbaren Nutzen bietet.

Im Studiogespräch berichtet Jürgen Schmidt von Missverständnissen bezüglich der Fähigkeiten von KI, erklärt, wo die wahren Aufgaben seiner Ansicht nach lägen und weshalb die Hypes verlässlich in falsche Richtungen laufen. Auch Schwächen, Probleme und Gefahren, die mit diesen Technologien einhergehen (denn es sind deren mehrere), sollen nicht unerwähnt bleiben.

Website STRG.

Marchfeld – Anton Tantner im Studiogespräch

Montag, 5. Jänner 2026 10:00

Der Historiker Anton Tantner ist ein Mensch mit breit gestreuten Interessen, kaum ein Forschungsfeld scheint vor ihm sicher. So hat er vor einigen Jahren das nur auf den ersten Blick unscheinbare Marchfeld als Zielgebiet für sich und seine Arbeit entdeckt. Die Schlacht bei Dürnkrut, deren Ausgang das Schicksal Europas für Jahrhunderte bestimmte, war bei weitem nicht die einzige bemerkenswerte Begebenheit, die sich auf der 900 km² umfassenden Ebene östlich von Wien zutrug. Für Bewegung sorgten nicht zuletzt auch Wanderdünen, die das landschaftliche Erscheinungsbild laufend veränderten und im Zusammenwirken mit Flugsand verheerende Folgen für die Bevölkerung mit sich brachten. Nach einer langen Reihe allenfalls eingeschränkt erfolgreicher Versuche gelang es erst im 19. Jahrhundert, der zunehmenden Versteppung Einhalt zu gebieten.

Nach mehreren Publikationen zum Marchfeld und seiner Historie hat Anton Tantner nun im Wieser Verlag in der Reihe Europa Erlesen eine Anthologie herausgegeben. Die dort versammelten Texte von Autor*innen aus vier Jahrhunderten nähern sich dem Marchfeld aus den verschiedensten Richtungen, entsprechend vielfältig sind ihre Perspektiven.

Website Anton Tantner
Mastodon mastodon.social/@adresscomptoir
Website Wieser Verlag Marchfeld

Tanz*Hotel – Bert Gstettner im Studiogespräch

Montag, 29. Dezember 2025 10:00

Bert Gstettner sieht sich als Tänzer und Choreograph in jener zweiten Generation von Pionier*innen der experimentellen Tanzszene in Wien verwurzelt, die in den 1980er Jahren im Rahmen der WUK-Initiativen entstand. Nach Jahren in Paris und New York, in denen er auch eigene Choreographien entwickelte, kehrte er nach Wien zurück und gründete Anfang der 1990er seine Company Tanz*Hotel, mit der er seither aktiv ist.

Nicht nur ín seinen Choreographien verbindet er gern unterschiedliche Generationen, auch die Förderung junger, nachrückender Künstler*innen ist ihm ein Anluegen. So begleitet er sie bei ersten eigenen Produktionen und hat ein Residenzprogramm Artist At Resort ins Leben gerufen.

Live im Studiogespräch schildert er, wie er die im Tanz eingetretenen Veränderungen und Entwicklungen der letzten Jahrzehnte erlebte und beurteili. Spoiler: nur Ästhetiken und künstlerische Methoden haben sich gewandelt, sondern auch die Produktionsbedingungen.

Website Tanz*Hotel

Spiegelschrift – Susanne Ayoub im Studiogespräch

Montag, 22. Dezember 2025 10:00

Anna Herz ist Schauspielerin und als Kommissarin einer Krimiserie erfolgreich. Sie genießt ihr Dasein als TV-Star, bis plötzlich bedrohliche Briefe auftauchen, die eine dunkle Episode in ihrer Vergangenheit erahnen lassen. Dann erscheint auch noch Mario, ihre vor Jahren unglücklich zu Ende gegangene Jugendliebe, gefolgt von weiteren Personen aus jenen schon fast vergessen geglaubten Tagen. Wer steckt hinter den Drohbriefen, lautet die Frage, wer und warum? Immer tiefer scheint die TV-Kommissarin in einen echten Kriminalfall zu schlittern.

In ihrem jüngsten Roman formt Susanne Ayoub einmal mehr Elemente des Krimi-Genres mithilfe differenziert gezeichneter Figuren zu einem plastischen Gesellschaftsbild. Im Zentrum steht die Geschichte zweier verlorener Lieben, gescheitert an Irrwegen mit teils tragischem Verlauf.

Website Susanne Ayoub
Website Löcker Verlag Spiegelschrift
Website Susanne Ayoub Spiegelschrift

Seit vielen Jahren forscht die Soziologin und Kommunikationswissenschaftlerin Astrid Mager am Institut für Technikfolgenabschätzunng (ITA) der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (ÖAW). Fragen nach den Auswirkungen neuer Technologien auf die Gesellschaft stellen sich längst in allen Lebensbereichen, entsprechend vielfältig ist das Forschungsfeld. Und überdies stark wachsend, denn die fortschreitende Digitalisierung wirft laufend neue Themen auf, die unterschiedlichste Aspekte bergen.

Einen ihrer Forschungsschwerpunkte setzt Astrid Mager derzeit auf die Automatisierung von Ämtern. Wie können verwaltungstechnische Abläufe mithilfe digitaler Technologien sinnvoll vereinfacht und beschleunigt werden, ohne dabei in eine Überwachungsgesellschaft zu schlittern? Welche Effekte und Dynamiken sind zu erwarten, wenn Algorithmen an die Stelle zwischenmenschlicher Interaktionen treten? Ist es ratsam, KI in Entscheidungsfindungen einzubinden, und wenn ja, in welcher Weise? Was ist dabei zu bedenken, wo könnte die Allgemeinheit in welcher Form profitieren, wo lauern die Gefahren?

Website Astrid Mager
Website ÖAW Astrid Mager
Website ÖAW Institut für Technikfolgenabschätzung

Bereits zum fünften Mal fand von 21. bis 30. November 2025 das Rotlichtfestival für analoge Photographie statt. Geboten wurden Ausstellungen, Workshops, Vorträge, Photo Walks und Side-Events an zahlreichen Veranstaltungsorten in (fast) ganz Wien. Ein besonderer Gast war der ukrainische Photograph Oleksandr Glyadyelov, der Führungen durch sein persönliches Werk gab und sich für Artist Talks zu Verfügung stellte.

Auch der traditionelle Wettbewerb fand wieder statt. 332 Projekte aus 43 Ländern wurden diesmal beim Open Call eingereicht, eine hochkarätig besetzte Jury kürte schließlich 20 Gewinnerinnen und Gewinner.

Dino Rekanović und Michael Laubsch ziehen live im Studio ein Resümee des heurigen Festivals und berichten von künftigen Plänen.

Website Rotlicht – Festival for Analog Photography
Facebook Rotlicht Festival
Instagram Rotlicht Festival
Website Zigutamve Photography
Website Wiener Alchemisten
Website Michael Laubsch

In den 15 Jahren ihres Bestehens hat sich die NGO epicenter.works zur weit über Österreich hinaus gehörten Stimme gemausert. In Zusammenarbeit mit internationalen Netzwerken ist man bemüht, das immer komplexer werdende Themenfeld digitaler Überwachung im Blick zu behalten, Entwicklungen frühzeitig zu erkennen und zu analysieren. Da kommt allerlei zusammen, denn welche neue Technologie der letzten Jahre hätte nicht zumindest das Potenzial, zu Überwachungszwecken missbraucht zu werden?

Wo immer es möglich scheint, wird versucht, korrigierend einzugreifen. Oder zumindest warnend. Durchaus erfolgreich, was Aufklärung und Bewusstseinsbildung betrifft. Selbst Einflussnahme auf politische Diskurse gelingt bisweilen, nicht wenige Gesetzesvorhaben konnten verhindert oder zumindest abgeschwächt werden. Auch der eine oder andere Sieg vor Gericht wurde erreicht. Dennoch sieht die Welt nicht rosig aus. Immer mehr direkte und indirekte Konsequenzen treten beim Einsatz digitaler Technologien zutage, die entsprechend viele Gefahrenquellen mit sich bringen. Drohende Kollateralschäden übersteigen oftmals den Nutzen und sind im Fall ihres Eintretens kaum zu beheben.

Sebastian Kneidinger von epicenter.works erläutert live im Studio, welche Themen das Team aktuell am meisten beschäftigen und welche Perspektiven er für künftige Entwicklungen sieht.

Website epicenter.works

Im Anfang war das Wort, wie es im Evangelium nach Johannes heißt, wenn auch zunächst nur das gesprochene. Die Schrift, und naturgemäß mit ihr das Lesen, dürfte etwa 6000 Jahre vor unserer Zeitrechnung hinzugekommen sein. Ein enorm langer Zeitraum, in dem die damit verbundenen Kulturtechniken zahllosen Veränderungen unterworfen waren. Mit Aufkommen der digitalen Gesellschaft haben Entwicklungen eingesetzt, die der Errungenschaft des Buchdrucks um nichts nachstehen, sie an Wirkmacht allem Anschein nach noch übertreffen werden.

Diese Entwicklungen zählen zum zentralen Forschungsgebiet des Literaturwissenschaftlers Günther Stocker. Wie verändert der Wechsel vom bedruckten Papier zu Bildschirm, Smart Phone und Tablet unser Leseverhalten? Wirkt sich das auf Wahrnehmung und Verständnis der Inhalte aus? Vorlesen zählt zu den ältesten Praktiken, neu ist hingegen, dass Hörbücher und andere Aufnahmen ins Spiel kommen. Auch werden die Vorlesenden immer öfter durch Maschinen ersetzt. Verändert sich dadurch beispielsweise die Rezeption literarischer Texte, und wenn ja, in welcher Weise?

Noch wurde nur wenig empirische Forschung in diesem Bereich betrieben. Günther Stocker arbeitet daran, das zu ändern. Im Studiogespräch schildert er, welche Annahmen sich dabei als Irrtümer erwiesen, welche sich erhärten ließen und welche Erkenntnisse dabei gewonnen wurden.

Website Universität Wien Books on Screen
Website Universität Wien Listening to Literature

Auch heuer findet 18. bis 21. November wieder die DeepSec im Renaissance Hotel Schönbrunn statt. Die ersten beiden Tage sind Workshops und Hands-On Trainings gewidmet, in denen aktuelle Security Themen intensiv bearbeitet werden. Am 20. und 21. folgt die DeepSec Conference mit mehr als 30 Referaten, in denen die verschiedensten Aspekte des Bereichs beleuchtet und zur Diskussion gestellt werden. Raum für Begegnungen und Austausch wird in der Hacker’s Lounge sowie im Rahmen von Side Events gegeben sein.

Schon zuvor, am 19. November, wird die DeepINTEL als Schwester-Event sich vor allem mit Security Intelligence beschäftigen. Da hier konkrete Problemstellungen möglichst offen und detailliert erörtert werden sollen, wird naturgemäß Vertrauliches zur Sprache kommen. Aus diesem Grund muss der Zugang einer gewissen Kontrolle unterliegen, nähere Informationen sind im direkten Kontakt über die Webseite zu erfahren.

Der IT-Sicherheitsexperte René Pfeiffer ist an der Organisation beider Konferenzen beteiligt. Im Studiogespräch schildert er, welche Szenarien derzeit am bedrohlichsten erscheinen und wie ihnen entgegengetreten werden kann.

Website DeepSec
Website DeepINTEL

Seit fast fünfzehn Jahren informiert Mimikama über Betrug im Internet, warnt vor Falschmeldungen und Fake News, gibt Tipps, wie man sich schützen kann. War Tom Wannenmacher anfangs noch als Einzekämpfer aktiv, hat sich mittlerweile ein Team um ihn geschart, das ihn bei Recherche, Bewertung und Kommunikation unterstützt. Das ist auch nötig, schließlich hat sich der Arbeitsaufwand seither durch die wachsende Anzahl von Vorfällen vervielfacht, Tendenz weiterhin stark steigend. Außerdem wird es angesichts der rasanten Fortschritte im Bereich der generativen KI immer schwieriger, Deep Fakes zu enttarnen. Ein Ende der Misere scheint derzeit noch nicht absehbar.

Andre Wolf ist als Stimme von Mimikama seit Anbeginn dabei. Im Gespräch gibt er Einblicke in die Arbeitsweisen, schildert Methoden zur Überprüfung von Texten, Bildern und Videos, gibt Ratschläge zur Schadensverhütung. Obwohl das Chaos von Information und Desinformation derzeit immer schlimmer wird, weiß er doch auch von hoffnungsvollen Perspektiven zu berichten.

Website Mimikama

Lucas Cejpeks jüngstes Buch lädt zu einer höchst persönlichen Wanderung durch die Zeiten, ihre Gedanken und Geschichten. Personen, Begriffe, Ereignisse, Realien, nichts, was er nicht zwanglos zu verbinden wüsste, in Relation zu setzen und in der Gegenwart zu reflektieren. Abschweifungen führen stets zu neuen Verschränkungen, wobei neben dem Erhabenen auch Banales Würdigung erfährt. Gespenster treten dabei vielgestaltig in Erscheinung, nicht nur, aber auch in Form von Geist. Berenice Abbot schaut vorbei, auch Anton Zeilinger. Die Corona-Jahre stehen gleichsam hinter allem und bilden eine Art von Referenz.

Website Sonderzahl Lucas Cejpek

2023 gründeten die Kultumanagerin Verena Maria Huber und der Kulturwissenschaftler Simon Huber Roomin Inn als gemeinnützigen Verein mit dem Ziel, ungenützte städtische Lokalitäten in Möglichkeitsräume zu verwandeln. Dabei sollen inklusive, konsumfreie Zonen für Kunst, Kultur, Bildung und gemeinschaftliche Interaktion geschaffen werden. Im Mittelpunkt steht stets das Miteinander, aus dem möglichst nachhaltig bleibende Strukturen wachsen sollen. Durch praktische Erfahrung werden bei Spiel, Spaß und Freude am Experiment, Wege zivilgesellschaftlicher Entwicklung erforscht.

Im Rahmen kleinerer Projekte an wechselnden Orten enstand schnell ein Umfeld von Partnerschaften und Kooperationen. April 2023 kam es zum ersten langfristigen Projekt: bis Juni 2024 boten die Rooming Inn Studios in der Wiedner Hauptstraße neben 5 Künstlerateliers auch Raum für Performances und Veranstaltungen aller Art.

Vor einem Jahr hat sich das Living Lab in Hirschstetten angesiedelt, ein ehemaliger Kindergarten mit großer Gartenfläche ist nun bis 2029 der zentrale Standort. Am 24. Okt. 2025 wird das erste Jahresfest begangen. Live im Studio berichten die beiden von bereits stattgefunden Aktivitäten und solchen, die noch in Planung sind

Website Rooming Inn
Instagram Rooming Inn

Trotz ihres Talents konnte Gerhild Pfister nicht verhindern, als Künstlerin von Jüngeren verdrängt zu werden. So begann sie ihren Wirkungsbereich zunehmend ins Internet zu verlegen. Statt die Aufmerksamkeit von Galerien und Förderstellen zu erregen ging es nun darum, auf Facebook Friends zu sammeln. Das erreicht man nicht mit freundlicher Zuwendung, sondern durch trickreich geführte Wortgefechte und gepfefferte Scharmützel, durch Intrigen, Zuckerbrot und Peitsche. Mit Empathie lässt sich kaum Aufmerksamkeit lukrieren, denn die Netten straft der Algoritmus. So reift Gerhild zur ebenso wortgewaltigen wie gnadenlosen Domina der Echokammer einer ansehnlichen Bubble. Für ihr materielles Auskommen sorgt das Erbe ihres Vaters. Drogen, die sie im Internet bestellt und sich per Paketdienst zustellen lässt, halten sie in Kampflaune und leidlich stabil. Das könnte noch lange so weitergehen, wäre da nicht eine Diagnose: Krebs im Endstadium.

Aus diesem Plot ließe sich allerlei Garn spinnen. Richard Schuberth lässt in seinem neuen Roman Screwball Comedy auf klassische Tragödie stoßen und keltert daraus ein satirisches Zeitbild, das gleichmaßen Herz und Hirn trifft. In einem scheint er seiner Hauptfigur zu gleichen: er weiß, wo’s wehtut und zielt mit bösem Witz exakt dorthin.

Website Richard Schuberth
Website Drava Der Paketzusteller

Seit 1. September 2025 gilt in Österreich das Informationsfreiheitsgesetz (IFG). Dass es dazu kam, verdankt sich nicht zuletzt dem Forum Informationsfreiheit (FOI), das exakt 11 Jahre und 1 Tag zuvor zuvor begann, sich vehement dafür einzusetzen. Ein Akt der Notwehr, denn Anfragen an Ämter und Behörden konnten bislang unter Hinweis auf die Amtsverschwiegenheit mühelos abgelehnt oder gleich gänzlich ignoriert werden. Auch das Einheben absurd hoher Gebühren war ein beliebtes Mittel, sich unliebsame Fragen vom Leib zu halten.

Dieser uneingeschränkten Willkür sind nun Grenzen gesetzt. Doch ist das Ziel damit erreicht, genügt das Informationsfreiheitsgesetz in seiner vorliegenden Form den Anforderungen und Bedürfnissen einer modernen, demokratisch verfassten Zivilgesellschaft? Leider nicht ganz, der Teufel steckt sowohl in Details verborgen, als auch weithin sichtbar in Grundätzlicherem: den allzu weit gefassten Schlupflöchern und Gültigkeitsbeschränkungen.

Aber immerhin, ein Anfang ist gemacht. Das allumfassende Amtsgeheimnis fiel, als letztes seiner Art innerhalb der EU, aus der österreichischen Verfassung.

Markus ‚fin‘ Hametner vom Forum Informationsfreiheit spricht über mutmaßlich gewollte und ungewollte Schwachstellen des Gesetzes, sowie erste Erfahrungen mit seinen bereits in Kraft getretenen Teilen.

Website Forum Informationsfreiheit
Website parteispenden.at
Website fragdenstaat.at
Website transparenzgesetzt.at
Website Markus ‚fin‘ Hametner

Website RIS Informationsfreiheitsgesetz (IFG)

Diese Sendung wurde mit Hilfe von Studio-Link produziert.

Im Rahmen der Musiktheatertage Wien 2025 forscht der Komponist und Regisseur Thomas Cornelius Desi diesmal am Ursprung des Masochismus.

Als Autor der 1870 erschienenen Skandalnovelle ‚Venus im Palz‘ wurde Alexander Sacher-Masoch ebenso unverhofft wie ungewollt zum namensgebenden Patron der lustvollen Unterwerfung. Tatsächlich steht sein Tabubruch nicht zuletzt auch für den Beginn wissenschaftlicher und philosophischer Betrachtungen dieser erotischen Spielart.

Im Sexualleben des Fin de Siècle sieht Thomas Desi den technologischen Fortschritt und die sozialer Entfremdung der Zeit gespiegelt und gesteht Sacher-Masochs Geschichte vom unterwerfungswilligen Mann das Zeug zum Operettenlibretto zu. Folgerichtig hat er als Schauplatz einen einschlägig vorbelasteten Ort gewählt: der Reaktor in der wiener Geblergasse ist der letzte verbliebene Rest des einst prachtvollen Vorstadt-Etablissements Gschwandner, woselbst Johann Strauss der Jüngere mitunter den Fiedelbogen schwang.

Live im Studio geben Thomas Cornelius Desi sowie Markus Rupprecht und Laurenz Steixner als Gestalter von Raum und Ausstellung einen Ausblick auf die Produktion, die von 25. bis 27. September in der Geblergasse 36/40, 1170 Wien zu erleben sein wird.

Website MTTW Venus im Pelz

WASTEland – Das theatercombinat auf der Brache

Montag, 15. September 2025 10:00

Die Regisseurin, Performerin und Chroreographin Claudia Bosse arbeitet mit ihrem theatercombinat stets gern an unkonventionellen, in ihrem Fortbestand bedrohten Orten, die nicht nur Schauplatz, sondern integraler Teil der Forschung und Auseinandersetzung sind. Diesmal fiel die Wahl auf eine innerstädtische Brachfläche, die beim Bau des wiener Sonnwendviertels irrtümlich entstanden war und deren Tage in scheinbarer Naturbelassenheit gezählt sind.

In dieser stadtplanerischen Lücke hinter dem Hauptbahnhof wird ab 24. September WASTEland zu erleben sein. Eine choreographische Performance im Rahmen der Serie haunted landscape/s, die auf gefährdete Landschaften im Zeitalter menschgemachter Erdgestaltung und Verunstaltung zielt. Die Arbeit auf der Brache begann bereits im März 2025, in mehreren Etappen fanden WASTELAND dream/s statt, nun geht die Produktion in ihre Endrunde.

Im Studio sind Claudia Bosse, die Performerinnen Su Huber und Lucia Mauri sowie der Soundartist Günther Auer zu Gast.

Website theatercombinat
Website theatercombinat WASTEland
Website theatercombinat WASTEland dream/s

Eigentlich hatten Petra und Oliver Hartlieb sich in Hamburg recht wohl gefühlt und hegten keinerlei Absichten, ihren Lebensmittelpunkt zu verlagern. Und doch kam es so. Aus purem Übermut legten sie ein Angebot für die Übernahme einer pleitegegangenen Buchhandlung in der wiener Währinger Straße. Aus Spaß wurde Ernst, als sie überraschend den Zuschlag erhielten und zu ihrem Schrecken feststellen mussten, dass der Handel galt und sie daran gebunden waren. Nolens volens stellten sie sich ihrem Schicksal.

So begann vor mehr als 20 Jahren eine Erfolgsgeschichte, Hartliebs Bücher mauserten sich bald zu einem Fixpunkt der Literaturszene und blieben es bis heute. Ein mitunter steiniger Weg, als Buchhändler zu überleben war schon damals schwer und ist seitdem nicht einfacher geworden. Man muss das schon wirklich wollen, wie Oliver es ausdrückt. Petra wollte offenbar noch mehr und begann zu schreiben. Rund 15 Bücher sind von ihr bislang erschienen, die, teils in mehrere Sprachen übersetzt, beachtliche Auflagen erreichten. Hartliebs Bücher eben.

Buchhandlungen sind als Schnittstellen und Drehscheiben zwischen Verlagen, Autor*innen und ihrer Leserschaft stets in Gefahr, zwischen allerlei Mühlsteine zu geraten. Die Konkurrenz im Internet tut ein übriges. Im Studiogespräch erörtern Petra und Oliver Hartlieb die vielfachen Veränderungen, der die Buchbranche unterworfen ist, welche Aussichten sie mit sich bringen und wie man trotzdem die Freude nicht verliert.

Website Hartliebs Bücher

Auch in der Saison 2025/26 wird Irene Suchy wieder ihre Reihe ‚CLOSE UP – Musik nah und neu‘ im Wiener MuTh kuratieren. Sechs Konzerte für Menschen aller Altersstufen sind geplant, die jeweils einem konkreten Thema unserer Tage gewidmet sind. Neue und neueste Musik ab Beginn des 20. Jahrhunderts mit Bezug zu aktuellen Gegebenheiten und Fragen, unter besonderer Berücksichtigung weiblicher Komponistinnen und Interpretinnen.

Elke Hesse, Direktorin des MuTh, gibt einen Ausblick, was in der eben beginnenden Spielzeit in ihrem Haus sonst noch zu erleben sein wird. Die gewohnte Vielfalt wird weiter ausgebaut, soviel sei vorab verraten. Neben der Fortführung bewährter Zyklen und Reihen wird auch wieder ein neues Format aus der Taufe gehoben.

Website Das MuTh
Website MuTh Close Up 2025
Website Mäzenatentum
Website Irene Suchy

Nach seinem Debutroman ‚Der zweite Kontinent‘ hat Alexander Keppel diesmal einen Erzählband vorgelegt, der abermals bei Drava erschienen ist. Sieben Geschichten handeln vornehmlich von Brüchigkeiten, Auflösung und Zerfall, insbesondere zwischenmenschlicher Beziehungen. Dabei bedient sich der Autor genussvoll unterschiedlichster Stile und Formen, von der humorvollen Satire bis zur beklemmenden Dystopie. Mal sind die Szenarien in phantastisch anmutenden Ausnahmesituationen angesiedelt, mal in erbarmungslos realistisch gezeichneten Niederungen des Alltäglichen.

Im Studiogespräch schildert Alexander Keppel, was ihn zum und beim Schreiben bewegt.

Website Drava Unzone

In diesem zweiten Teil reflektiert Peter Gruber über weitere Stationen seines Werdegangs als Regisseur und Schauspieler, erzählt von gelungenen und weniger gelungenen Produktionen. Auch von Schwierigkeiten, auf die er stieß, wenn er beispielsweise Nestroy nicht als bloßes Unterhaltungstheater inszenierte, sondern seine Stücke ernst nahm, ihre politische Brisanz zeigte und damit ihren eigentlichen Witz so recht zur Geltung brachte. Als Provokateur verstand er sich nie, nahm sich aber auch kein Blatt vor den Mund. Nicht selten war er überrascht, wie schnell man aneckt, wenn man ausgetretene Pfade erlässt, mit fragwürdigen Traditionen bricht oder auch nur allzu Aktuelles auf die Bühne bringt. Kurz gesagt: lebendiges, gegenwartsbezogenes Theater macht.

Link zu Teil 1 der Sendung

Seit mehr als einem halben Jahrhundert ist Peter Gruber im gesamten deutschsprachigen Raum als Schauspieler und Regisseur tätig. Er hat auf großen wie auch kleinen Bühnen gespielt und inszeniert, mit Stars ebenso wie mit Laien gearbeitet. Dabei ließ er kaum ein Genre aus. Er machte Theater für Jugendliche und Erwachsene, am liebsten beides zugleich, brachte Tragisches und Unterhaltsames auf die Bühne, scheute bei aller Verbundenheit mit dem Sprechtheater auch die Auseinandersetzung mit Operette und Musical nicht.

Für zeitgenössische Texte kann er sich genauso begeistern wie für überlieferte. Am wichtigsten sind ihm ihre inhaltlichen Ebenen, was sie wie erzählen. Und natürlich auch die Bühnentauglichkeit. Oftmals wurde er mit Preisen ausgezeichnet, was ihn dann nicht selten den Ruf eintrug, ein Spezialist zu sein. Mal für dieses, mal für jenes, je nachdem. Doch immmer wieder sprang er aus den ihm zugedachten Kästchen und Laden, häufig um sich wenig später nach Erfolgen neuerlich fixiert zu finden. Ein Etikett jedoch kann ihm niemand nehmen: das des Nestroykenners und -könners.

In diesem ersten Teil des Studiogesprächs erinnert sich Peter Gruber, wie sein Theaterleben begann und seinen Lauf nahm.

Link zu Teil 2 der Sendung

Was noch zu sagen blieb: in diesem zweiten Teil geht es zunächst um verlorene Mediationspraktiken im christlichen Kulturkreis. Daran anknüpfend schildert Ursula Baatz unterschiedliche Lebens- und Erlebenswelten in Europa, den USA und Asien. In diesem Licht ist der Wandel urspünglich im Buddhismus geübter Achtsamkeitspraktiken infolge ihrer geänderten Bedeutung in westlichen Kulturkreisen zu verstehen.

Die dabei in unzähligen Aspekten zutage tretende Vielschichtigkeit motivierte Ursula Baatz, dieses schier unüberblickbare Themenfeld zu erfassen, zu dokumentieren und zu analysieren. Herausgekommen ist ein kluges und erkenntnisreiches Buch. Ein Kompendium der Geschichte und Rezeption, von Bedeutungen und Wirkungen der Achtsamkeit. Verfasst mit einem erfrischend weltoffenen und gegenwartsverbundenen Blick.

Website Ursula Baatz
Website V&R Achtsamkeit: Der Boom
Website MBSR-MBCT Vereinigung Österreich

Link zu Teil 1 der Sendung

Es ist eine duchaus erstaunliche Karriere, die der Achtsamkeit seit geraumer Zeit zuteil wird. Basierend auf einer im Buddhismus geübten Meditationspraxis wurden Methoden entwickelt, bei denen oftmals eine zielgerichtete Nutzbarkeit im Fokus steht. Oft geht es um Stressbewältigung, aber auch Förderung von Kreativität oder Steigerung des persönlichen Wohlbefindens und vieles mehr kann angestrebt sein. Zur Anwendung kommen sie in verschiedensten Bereichen, beim Militär ebenso wie in therapeutischem Zusammenhang. Zahllose Workshops und Kurse versprechen Verbesserung verschiedener Fähigkeiten, flankiert von Unmengen an Ratgeberliteratur. Denn Geld ist damit auch zu verdienen.

Die Religionswissenschaftlerin und Philosophin Ursula Baatz setzt sich seit vielen Jahren mit Achtsamkeit in Theorie und Praxis auseinander, ist selbst als Achtsamkeits- und Zen-Lehrerin tätig. Ihr Buch erzählt die Geschichte dieser Meditationspraxis, wirft kritische Blicke auf diverse Wandlungen, zeigt aber auch positive Perspektiven auf.

Website Ursula Baatz
Website V&R Achtsamkeit: Der Boom
Website MBSR-MBCT Vereinigung Österreich

Link zu Teil 2 der Sendung

Mit der Gründung des Österreichischen Versuchssenderverbandes (ÖVSV) entstand 1926 erstmals eine bundesweite Organisation des Amateurfunks. Ein wichtiger Schritt, da zu dieser Zeit die juristischen und technischen Rahmenbedingungen verhandelt und formuliert wurden. Im Rückblick ein höchst erfolgreiches und durchaus nachhaltiges Unterfangen, angesichts von etwa 7400 Lizenzen, die derzeit in Österreich aktiv sind. Und das trotz Einstiegshürde, denn wer teilnehmen will, muss zuerst eine Ausbildung samt abschließender Prüfung in Theorie und Praxis absolvieren.

Neben der Faszination, interkontinental (und neuerdings selbst mit der Raumstation ISS) kommunizieren zu können, spielte stets die Lust an Forschung eine zentrale Rolle. Nicht wenige Erkenntnisse und Innovationen verdanken sich der experimentellen Forschung neugieriger Amateurfunker und -funkerinnen.

Herbert Waloschek, selbst seit 4 Jahrzehnten als Amateurfunker tätig, gibt Auskunft über Geschichte und Gegenwart des Amateurfunks. Ein Abstecher zu Überwachungsthemen, unter besonderer Berücksichtigung des kürzlich beschlossenen Bundestrojaners, darf nicht fehlen.

Website Österreichischer Versuchssenderverband (ÖVSV)
Website Metalab
Website MetaFunk

Barbara Wimmer ist Journalistin sowie anerkannte Expertin für IT-Security, Netzpolitik und Datenschutz. Ihre Arbeit wurde unter anderem mit dem Dr.-Karl-Renner-Publizistikpreis ausgezeichnet. Nebenbei reüssierte sie als Drum & Bass DJ und Musikproduzentin shroombab, sowie als Autorin, unter anderem von Kriminalromanen.

Kurz gesagt: sie war engagiert, erfolgreich und brannte für ihre Themen. Bis sie 2023 zum zweiten Mal an Covid erkrankte und sich davon bislang nicht erholte. Seither zählt sie zu den geschätzt rund 400 Millionen Menschen, die weltweit an den Langzeitfolgen einer Corona-Infektion leiden. Die Pandemie mag vorbei sein, nicht aber ihre Nachwirkungen. Auch in Österreich werden sie nicht wenige wohl lebenslang begleiten.

Auf diese Menschen und ihre Schicksale hinzuweisen, sie vor dem Vergessenwerden zu bewahren, ist zu Barbara Wimmers größtem Anliegen geworden, in das sie alle Kraft steckt, die ihr die Krankheit lässt. In diesem Sinn hat sie vor einigen Monaten ihren Blog longcovidonline.at eröffnet, auf dem sie seither regelmäßig zu Long Covid und ME/CFS publiziert. Mit niedriger Schlagzahl, aber stetig.
Im Radiogespräch schildert sie, wie ihr Leben mit der Krankheit verläuft, wie es ihr erging und ergeht.

Website Long Covid und ME/CFS Geschichten
Website shroombab
Website Barbara Wimmer
Website Studio-link

Nach einer längeren Phase, in der Simon Konttas vorwiegend mit Prosawerken von sich reden machte, legte er zuletzt gleich zwei Lyrikbände vor:

‚Stille Stunden‘ erschien 2025 bei Sisyphus und versammelt in VI nicht näher bezeichneten Abschnitten Gedichte verschiedenster Formen und Gattungen. Nachdenkliche Stimmungsbilder treffen auf humorvolle Betrachtungen, scheinbar banalen Begebenheiten werden grundlegende Fragen menschlicher Existenz zur Seite gestellt.

Zuletzt folgte ‚Wege der Schickung‘ 2015 in der Edition Melos. 21 Sonette als kurze Portraits ebenso vieler Personen, die unterschiedlicher kaum sein könnten. Und doch besteht eine Verbindung, sie alle sehen sich in schicksalshaften Situationen. Doch während die einen sich als darin gefangen begreifen, schöpfen die anderen daraus neuen Mut. Der Außensicht wiederum erscheint letztlich nur wenig unentrinnbar.

Live im Studio spricht Simon Konttas über seine Motivationen und Arbeitsweisen, sowie das prekäre Verhältnis zwischen Biographie und Fiktion.

Website Grazer Autorinnen Autorenversammlung Simon Konttas
Website Literaturhaus Wien Simon Konttas
Website Verlag Hans D. Smoliner Simon Konttas
Website Verlag Sisyphus Simon Konttas
Website Edition Melos Simon Konttas

Dieses Jahr wagt man sich in Schwechat einmal mehr an eines der wenig bekannten Stücke von Johann Nestroy: ‚Die Zauberreise in die Ritterzeit‘ erlebte nach ihrer Uraufführung 1832 nur eine Handvoll Aufführungen. Vier Jahre später verlief ein zweiter Anlauf ebenso erfolglos. Seither wurde das Stück kaum je wieder auf eine Bühne gebracht. Dabei hat der Text durchaus seine Qualitäten. Bietet er doch nebst einigen auch heute noch gültigen Wahrheiten zahlreiche Gelegenheiten für Situationskomik, die man im Schlosshof der Rothmühle zu Rannersdorf auch in aller gebotenen Spielfreude durchaus zu nutzen weiß.

Regisseur Christian Graf sowie Manfred Stella, Paul Graf und Michelle Haydn vom Ensemble berichten im Studiogespräch, wie sich die Probenarbeit gestaltete und welche Erfahrungen die ersten Vorstellungen brachten.

Website Nestroyspiele Schwechat

Sama Maani ist frei­le­bender Autor mit starker Verwurzelung in Psychiatrie und Psychoanalyse. Aaron Wölfling ist emeritierter Politiker, bis auf weiteres ruhend gestellter Umweltaktivist und angehender Philosoph. In unregelmäßigen Abständen treffen sie einander im Beisein einer Kamera zum Austausch über ewige Fragen und aktuelle Themen. Versuche, die Welt und unser menschliches Dasein zu ergründen. Nicht apodiktisch vom Katheder herab, vielmehr in Form gemeinsamer Erkundungen. Die Resultate sind unter dem einprägsamen Titel ‚Religion, Sex, Israel – Podcast über Psychoanalyse und die (Un-)Möglichkeiten von Politik‘ bei Spotify und Youtube abrufbar.

Im Studiogespräch erzählen sie, wie es dazu kam, erklären was dahinter steht und geben Proben ihrer Diskurse.

Youtube Channel Religion, Sex, Israel
Website Spotify Religion, Sex, Israel
Website Deutsche Nationalbibliothek Sama Maani

Noch während seines Germanistikstudiums beschloss Albert C. Eibl, ausgestattet mit einer ordentlichen Portion jugendlicher Verwegenheit quasi im Hörsaal, einen Verlag zu gründen, der sich vergriffener Werke vergessener Autorinnen und Autoren annehmen sollte. Unterstützung fand er bei Johann Sonnleitner, einem seiner Professoren, der dieses Anliegen von Herzen teilte. Der programmatische Verlagsname: Das vergessene Buch.

Heute ist der Verlag, den Eibl seit 2014 im Alleingang führt, längst etabliert, verfügt über eine stattliche Backlist, hat wertvolle Wiederentdeckungen in wachsender Zahl zu verantworten und wurde dafür mit Preisen belohnt.

Doch damit nicht genug, auch als Autor tritt Eibl immer öfter in Erscheinung. Zuletzt erschienen eine gemeinsam mit Jan Juhani Steinmann verfasste ‚Ästhetik des Ungehorsams‘ sowie der Lyrikband ‚Mond und Meereswoge‘, beide mangels Vergessenheit außer Haus im Wieser Verlag. Herbst 2025 soll das essayistische Plädoyer ‚Romantisiert euch!‘ bei Braumüller folgen.

Wie sich das alles im handelsüblichen Vierundzwanzigstundentag unterbringen lässt und woher sein Interesse am durchaus umstrittenen Autor Ernst Jünger rührt, erläutert Albert C. Eibl im Studiogespräch.

Verlagswebsite Das vergessene Buch
Website Wieser Verlag Ästhetik des Ungehorsams
Website Wieser Verlag Mond und Meereswoge
Website Braumüller Verlag Romantisiert euch!

Jeden Sonntag Abend lässt die Sendereihe Café LG ab 21:00 für zwei Stunden Gefangene und ihre Angehörigen auf Orange 94.0 zu Wort kommen. Robert Bogić moderiert, liest Nachrichten in BKS, Deutsch oder Englisch vor und übersetzt, falls nötig. Anderssprachige Botschaften werden als Audiodatei eingespielt oder als Anrufe am Studiotelefon entgegengenommen und live on Air gebracht. Dieses Angebot stößt offenkundig auf Bedarf und wird entsprechend stark genutzt.

Menschen, die in der Isolation eines Gefängnisses leben, das Aufrechthalten von Kontakten zu ermöglichen, ist eine der selbstgestellten Aufgaben von Café LG. Gefangene über ihre Rechte zu informieren und Unterstützung bei der Durchsetzung zu bieten, eine weitere. Hier kommt Monika Mokre ins Spiel, die sich als Politikwissenschaftlerin mit dem Phänomen Gefängnis in Theorie und Praxis seit Jahren auseinandersetzt. Ihre Beiträgen erklären juristische Fragen, weisen auf mögliche Fallstricke hin, greifen aktuelle Geschehnisse auf und versuchen Wege zu zeigen, die Haft zu überstehen.

Live im Studio schildert Monika Mokre, welche Verhältnisse in Österreichs Gefängnissen herrschen, welche Probleme besonders dringlich sind und welche Alternativen zu den derzeit geübten Formen des Strafvollzugs bestehen.

Website ORANGE 94.0 Café LG
Website ÖAW Monika Mokre
Facebook Café LG
Website Wienwoche Wir sprechen für uns selbst!
Website Gefangenengewerkschaft Österreich
Website Blickpunkte Gefangenenrechte

Ceremony – das letzte Konzert der Reihe You better listen! bevor das MuTh in die verdiente Sommerpause geht. Doch der Abschied währt nicht lang, der Zyklus hat sich etabliert und kehrt ab September 2025 mit vier Konzerten wieder. Auch die zur Tradition gewordenen Amuse-Gueule, bei denen das Publikum vor dem Konzert eine knappe Stunde lang inmitten des Ensembles besondere Leckerbissen gratis verkosten kann, werden nicht fehlen.

Doch zuvor begeht man noch ein rundes Jubiläum: seit 20 Jahren wirkt das Ensemble Studio Dan nun schon als wesentlicher Impulsgeber für zeitgenössische Musik. Chapeau & Ceremony! Gefeiert wird am 12. Juni 2025 19:30 (Amuse-Gueule ab 18:15) im MuTh mit einem standesgemäß weit gespannten Bogen in großer Besetzung.

Im ersten Teil werden Anleitungen für klangliche Meditation der 2016 verstorbenen Elektronikpionierin, Komponistin, Akkordeonistin und Deep Listening ‚Erfinderin‘ Pauline Oliveros zu erleben sein. Kontrastiert im zweiten Teil von einer Komposition, die der sehr lebendige Daniel Riegler, Posaunist und Gründer von Studio Dan, speziell für ’sein‘ Ensemble geschrieben hat. Laut Selbstbeschreibung der Versuch, eine ausgelassene musikalische Antwort auf die Frage „Who cares if we don’t care?“ zu finden.

Die Violinistin Sophia Goidinger-Koch und Daniel Riegler geben Rück-, Ein- und Ausblicke.

Website Studio Dan Ceremony
Website Studio Dan You better listen!
Website MuTh Ceremony
Website MuTh YOU BETTER LISTEN! | 2025-26

Inspiration braucht man nicht suchen, sie lauert buchstäblich überall. Wer offenen Sinns durchs Leben geht, wird sie entdecken. Bleibt nur noch, sie auch umzusetzen, mit anderen Worten: kreativ zu werden. Wer sie hingegen zwingen will, wird scheitern.

Mit der Thematik Kreativität befassen sich Melanie Mezera und Claudia Knief schon seit langem in Theorie und Praxis, im eigenen Tun wie auch in der Begleitung Anderer. Beide sind sowohl Kunstschaffende als auch Vermittlerinnen kreativer Konzepte und Techniken, unter anderem in therapeutischem Zusammenhang. Nicht selten arbeiten sie gemeinsam. Was das in der Praxis bedeutet, erläutern sie unter Zuhilfenahme einiger Überraschungen live im Studio.

Website Claudia Knief
Website FNOMP

Website Schnipselartistin
Website Magenta Maltherapie

Website Cloudflare Lavalampen helfen bei Verschlüsselung

Florian Novak hat in seinem Leben schon Allerlei auf Schiene gesetzt. Da er kreative Phantasie mit solider Professionalität zu vereinen weiß, zeichnen sich nicht wenige seiner Projekte durch beeindruckende Langlebigkeit aus.

Nun also JETZT – ein neues Medium, das dieser Tage an den Start geht. Elisalex Henckel-Donnersmarck konnte als Chefredakteurin gewonnen werden, auch ein Team hat sich bereits formiert. Im Internet soll es zu lesen und zu hören sein, auf rege Interaktion mit seinem Publikum gerichtet, das zur aktiven Teilnahme eingeladen wird. Journalismus auf Augenhöhe lautet eines der Ziele. Ferner wird auf gründliche Recherche gesetzt, ebenso auf transparenten Umgang, nicht zuletzt mit eigenen Fehlern. So viel ist bekannt, ein Vorgeschmack lässt sich im Newsletter-Archiv gewinnen.

Gemeinsam will man klüger werden, Menschen involvieren, sie über bestehende Gräben hinweg in Austausch bringen. Konsequenterweise werden auch keine Abonnements verkauft, vielmehr wird um Mitglieder geworben, das Modell hat sich in Skandinavien bewährt. Ab Dienstag 20. Mai 2025 sind Beitrittswilligen die Tore geöffnet, 5.000 müssen es sein, bevor die journalistische Produktion aufgenommen werden kann.

Kurz gesagt: das Projekt nimmt Fahrt auf und Formen an. Welche sich bereits abzeichnen, erläutert Herausgeber Florian Novak am Tag vor dem Kampagnenstart live im Studio.

Website jetzt.at
Website jetzt.at Newsletter Archiv
Website Florian Novak

Technologien nach menschlichen Werten und Bedürfnissen zu formen, statt zuzulassen, dass umgekehrt die Technologie den Menschen (ver)formt. Auf diesem Grundgedanken aufbauend formulierten mehr als 30 Wissenschaftler*innen 2019 das Wiener Manifest für digitalen Humanismus. Seither ist allerhand geschehen, die Digital Humanism Initiative entwickelte sich zu einem globalen Netzwerk, das nicht nur einen regen Austausch zwischen Wissenschaft, Wirtschaft und anderen Szenen betreibt, sondern auch laufend mit Veranstaltungen und Publikationen an eine breite Öffentlichkeit tritt. Mit wachsendem Echo.

Kein Wunder, denn angesichts bereits eingetretener gesellschaftlicher Verwerfungen findet die zentrale Forderung, Entwicklung und Einsatz technischer Möglichkeiten nicht länger durch vorwiegend ökonomisch getriebene Interessen bestimmen zu lassen, bei immer mehr Menschen Gehör. Neben der scheinbaren Allmacht großer IT Firmen wird insbesondere das Vordringen der sogenannten Künstlichen Intelligenz in alle Lebensbereiche nicht zu Unrecht zunehmend als bedrohlich empfunden, seine Regelung als unumgängliche Notwendigkeit erkannt.

26. bis 28. Mai wird die Digital Humanism Conference 2025 unter internationaler Beteiligung im Wiener Museumsquartier stattfinden. Anita Eichinger (Direktorin der Wienbibliothek im Rathaus und Mitbegründerin des Centers for AI and ML der TU Wien) und Stefan Woltran (Professor für Grundlagen der KI an der TU Wien und Leiter der Forschungsgruppe Datenbanken und KI) geben live im Studio Auskunft über die aktuelle Themenlage im Allgemeinen, sowie einzelne Punkte des enorm vielfältigen Veranstaltungsprogramms.

Website TU Wien The Digital Humanism Initiative
Website Digital Humanism
Website Vienna Manifesto on Digital Humanism
Website Wienbibliothek im Rathaus Digitaler Humanismus
Website Wienbibliothek im Rathaus Digitalisierung und wir: Lehrbuch mit praktischen Übungen
Website #DigHum2025
Website Center for Artificial Intelligence and Machine Learning
Website TU Wien Anita Eichinger
Website TU Wien Stefan Woltran

Bereits zum zwölften Mal finden 21. bis 25. Mai 2025 in Innsbruck, Linz und Wien die Nächte der Philosophie statt. Bei rund 30 Veranstaltungen werden in Vorträgen und Performances brennende Themen der Gegenwart aufgegriffen und zur Diskussion gestellt.

Thomas Geldmacher wird unter dem Titel ‚Out of the Blue and into the Black‘ über Trauerarbeit sprechen. Ein besonderes Anliegen ist ihm dabei der Umgang mit dem Verlust von Menschen außerhalb der Familie, zu denen dennoch ein enges Naheverhältnis bestand, wie etwa geschätzten Kolleg*innen am Arbeitsplatz. Im Studiogespräch gibt er Einblicke in die Thematik.

Leo Hemetsberger verrät, weshalb sein Referat diesmal unter den bedrohlich wirkenden Titel ‚Die Zeit die bleibt‘ steht und gibt einen Ausblick, was sonst noch an den fünf Veranstaltungstagen zu erleben sein wird.

Programm Nächte der Philosophie – Wien
Programm Nächte der Philosophie – Innsbruck
Facebook Nächte der Philosophie
Website Gesellschaft für angewandte Philosophie
Website Leo Hemetsberger
Website Rundumberatung – Thomas Geldmacher

Vor rund drei Jahren überraschte Marlene Engelhorn die Öffentlichkeit damit, dass sie als Millionenerbin die unbegrenzte Anhäufung von Reichtum (und insbesondere dessen steuerfreie Weitergabe über Generationen) als unfair und gesellschaftszersetzend kritisierte. Seither ist viel geschehen. Einen Großteil ihres Vermögens überantwortete sie dem Guten Rat, bestehend aus 50 Personen, die mithilfe statistischer Methoden ausgewählt wurden, um die Zusammensetzung der österreichischen Bevölkerung möglichst gut zu repräsentieren. Von Experten und Expertinnen mehrerer Fachbereiche unterstützt, traf der Gute Rat im Frühsommer 2024 seine eigenständige Entscheidung: 77 Initiativen erhielten insgesamt nicht weniger 25 Millionen Euro an Förderungen.

Darüber hinaus tun sich immer mehr Gleichgesinnte in aller Welt zusammen, um für eine gerechtere Besteuerung und Vermögensverteilung zu kämpfen. Nicht wenige darunter verfügen selbst über beträchtliche Vermögen, scheinen also auf den ersten Blick gegen die eigenen Interessen zu handeln. Doch die Rechnung ändert sich gewaltig, sobald man das Gemeinwohl in die Waagschale wirft. Sozialer Friede ist unbestreitbar ein Wert, der letztlich allen zugutekommt.

Der Weg ist weit und steinig, viel bleibt zu tun. Was genau, erläutert Marlene Engelhorn live im Studiogespräch.

Website Guter Rat
Website taxmenow.eu
Website Tax The Rich
Website Geld ist Klasse – Theaterstück

Als Orgelexperte der Diözese Ostrava/Opava ist Jiří Krátký für zahlreiche Instrumente zuständig. Darunter auch das vermutlich größte erhaltene Werk von Franz Harbich, das dieser 1846 in Dvorce, einer kleinen Gemeinde in Mährisch-Schlesien im Norden Tschechiens, errichtete. Trotz seines schlechten Zustandes und dem Totalausfall sämtlicher Holzpfeifen übt der Klang des Instruments immer noch einen eigentümlichen Reiz aus.

Im Interview erläutert Jiří Krátký, weshalb sich der enorme Aufwand einer grundlegenden Restaurierung aus seiner Sicht durchaus lohnen würde. Anhand von Harbichs Werk in Dvorce erklärt er, worauf es bei Bau, Pflege und Reparatur historischer Orgeln ankommt. Selbstverständlich wird das gute Stück zwischendurch auch zu hören sein.

Wikipedia Artikel Dvorce u Bruntálu
Die Harbich-Baustelle https://no-na.net/harbich

Seit der Open Source Gedanke in die Welt trat, ist Roland Alton sein unermüdlicher Verfechter. Unzählige Projekte hat er in diesem Bereich über die Jahre mit seinen jeweiligen Teams erdacht und umgesetzt. Nicht wenige davon existieren heute noch, wurden weiterentwickelt und unter dem Dach von fairkom.eu gebündelt.

Im Grunde ist es die gesamte Palette an Services, die auch von den großen Tech-Unternehmen geboten wird: Videokonferenzen, Chatrooms, Cloudservices, Terminplaner, Übersetzungsdienste, diverse Messenger und einiges mehr, selbst eine Meta-Suchmaschine fehlt nicht im Portefeuille. Alles für private wie auch professionelle Nutzung skalierbar geplant und nach den Geboten der Datensparsamkeit gebaut. Nur eben nicht auf Basis proprietärer Lizenzen vermarktet, sondern im Rahmen von Fair Use gratis verfügbar. Was andrerseits bezahlten Einsatz in kommerziellem Zusammenhang natürlich nicht ausschließt. In die Zukunft blickt er durchaus optimistisch, die Vorteile von Open Source werden sich seiner Überzeugung nach durchsetzen.

Website Roland Alton
Website Termino
Website fairsuch
Website fairkom

Bernhard Dechants Auseinandersetzung mit Oskar Werner, seinen Höhenflügen und Abstürzen war stets auch eine Auseinandersetzung mit sich selbst. Immer wieder nahnm er sie aufs Neue in Angriff, stellte sich ihr und trieb sie weiter. So ist sie gewisserweise auf offener Bühne gereift. Im Lauf der Jahre veränderte sich vieles, nicht zuletzt der Schauspieler selbst, und damit sein Stück. Schon vor längerem gesellte sich Stefan Sterzinger als Musiker und kongenialer Partner hinzu, den letzten Schliff brachte die Regie von Sophie Resch.

Diese jüngste Fassung wurde mit dem Nestroy-Spezialpreis 2024 ausgezeichnet und lief bereits mehr als fünfzigmal im ausverkauften Spitzer im Odeon. Nun stehen ebendort weitere Aufführungen auf dem Programm. Nach eigenem Bekunden weiterhin im Bühnenrausch, befinden sich die drei mit ihrer Produktion zudem auf einer Tournee durch historische Wirtshäuser in allen 23 Bezirken Wiens. Auf die Vorstellungen folgen Diskussionen mit Gästen aus Sucht- und Alkoholforschung, Bezirkspolitik, Betroffenen, Wirt*innen und dem Publikum. Dabei gilt die Sperrstunde als einzige Grenze.

Im Studiogespräch schildern Bernhard Dechant und Stefan Sterzinger ihre Erlebnisse und Erfahrungen mit diesem außerordentlichen Theaterabend.

Website Bernhard Dechant
Website Sophie Resch
Website Stefan Sterzinger
Website Die schweigende Mehrheit

Aus Unzufriedenheit mit den Gegebenheiten des Literaturbetriebs formierte sich 2020 eine Gruppe Kunstschaffender um die Autorin Marlen Schachinger zur Initiative »Arbeit statt Almosen«. Zwei Jahre später folgte konsequenterweise die Gründung eines eigenen Verlag. Dem Aberwitz des Unterfangens durchaus angemessen, erblickte die Edition Arthof am 1. April 2022 das Licht der Welt. Eine beachtliche Anzahl gelungener Projekte später zeigt sich diese an der Schwelle zu ihrem vierten Jahr ungebrochen lebendig.

Im Studiogespräch schildert Marlen Schachinger wie es gelingen kann, Mühen, sowohl der Gipfel als auch der Ebenen, lustvoll zu bewältigen.

Website Edition Arthof
Website Arthof Der Mann, der einen Berg versetzte, da seine Frau ihr Leben lebte
Website Arthof Frauen lieben lernen
Website Arthof Landschaften in Schalen
Website Marlen Schachinger
Website Institut für Narrative Kunst NOE

Seit 40 Jahren bemüht sich die NGO Reporters sans frontières (RSF) um gefährdete Journalist*innen in aller Welt und kämpft für die Freiheit der Medien, wo und wann immer es nötig ist. Das bedeutet letztlich immer und überall, wenn auch auf unterschiedlichem Niveau. Österreich stellt hier keine Ausnahme dar, im Gegenteil: Jahr um Jahr sinkt das Land im internationalen Pressefreiheitsindex. Zuletzt landete es 2024 auf dem beschämenden Platz 32, für heuer dürfte kaum etwas besseres zu erwarten sein.

Von Sonderfällen wie Christo Grozev einmal abgesehen, mögen Journalist*innen in Österreich zwar nicht direkt von Gefängnis, Folter oder Tod bedroht sein, in ihrer Existenz sind sie es allemal. Und damit in der Freiheit ihrer Arbeit, was wiederum als Demokratiegefährdung erkannt und verstanden werden muss. Man braucht nicht weit über die Landesgrenzen zu blicken um zu sehen, wohin schrittweise Einschränkung der Medienfreiheit in Einklang mit steigender Repression gegen Journalist*innen schlussendlich führt. Die fast durchwegs gleichgeschalteten Medienlandschaften Ungarns oder der Slowakei sollten mahnende Beispiele sein.

Martin Wassermair amtiert seit Jahresbeginn 2025 als Generalsekretär von Reporter ohne Grenzen Österreich. Kurz vor Ablauf seiner ersten 100 Tage zieht er ein erstes Resümee, welche Missstände ihm am dringlichsten scheinen und wie ihnen abzuhelfen wäre.

Website Reporter ohne Grenzen
Website Martin Wassermair

Während seines Studiums an der Uni­ver­si­tät für ange­wandte Kunst begann Fabio Hofer als Fahrradbote zu arbeiten und lernte die harten, nicht selten unfairen Bedingungen kennen, denen insbesondere Essenslieferant*innen unterworfen sind. Um deren prekäre Lebensumstände zu verbessern begann er, sich mit Gleichgesinnten zu vernetzen. Das Studium hat er inzwischen beendet, als Fahrradbote betätigt er sich nach wie vor zwischen seinen Projekten. Den Kampf für die Rechte der Rider setzt er mit künstlerischen Mitteln fort.

Mit Riders Collective gestaltete er vergangenen Sommer im Rahmen der WienWoche ‚We wish you a safe ride‘. Performances, Workshops, Info-Veranstaltungen und zahlreiche andere Events thematisierten eine Woche lang die schwierige Situation der rund 3.000 in Wien aktiven Essenzustelller*innen.

Nun kuratierte Fabio Hofer gemeinsam mit Ana Mikadze im Wien Museum eine Ausstellung, die noch bis 25. Mai 2025 zu sehen ist. Live im Studio schildern sie die Missstände, denen die Rider ausgesetzt sind, und geben Tipps, wie man sie unterstützen kann.

Website Wien Museum Zwischen Pick-Up und Drop-Off
Instagram state of matter
Website Riders Collective
Website Riders Collective

Spionage zählt zu den Forschungsschwerpunkten des Zeithistorikers und Politologen Thomas Riegler. In seiner jüngsten Publikation begibt er sich auf die Spuren eines Netzwerks, in dem neben etlichen anderen ab 1933 auch der Brite Kim Philby agierte. Unter dem Eindruck der Kämpfe im Februar 1934 und seiner Liebesbeziehung mit der Aktivistin Alice ‚Litzi‘ Friedmann begann er für den sowjetischen Geheimdienst zu arbeiten. Später sollte er als Mitglied einer ‚Cambridge Five‘ genannten Agentengruppe den britischen Auslandsgeheimdienst MI6 unterwandern. Erst 1963 flog er inmitten des Kalten Krieges medienwirksam als Doppelagent auf.

Philby war bei weitem nicht die einzige schillernde Figur, deren Spionagetätigkeit im Wien der 1930er begann und sich über den Krieg hinweg fortsetzte. Engelbert Broda, Bruder des langjährigen österreichischen Justizministers Christian Broda, hatte als Chemiker und Physiker von Weltrang unter anderem Zugang zu militärisch relevanten Forschungsprojekten. Seine Tätigkeit für den KGB wurde erst um 2009, rund ein Vierteljahrhundert nach seinem Tod, aufgedeckt. Doch solches Glück hatten beileibe nicht alle. Arnold Deutsch etwa, der Philby rekrutiert hatte, dürfte Ende 1942 unter ungeklärten Umständen zu Tode gekommen sein, andere wurden entlarvt oder Opfer stalinistischer Säuberungen.

Im Studiogespräch erörtert Thomas Riegler, wie Wien zu einer Metropole der Spionagetätigkeit wurde und es bis heute blieb.

Website Thomas Riegler
Website ACPISS Thomas Riegler
Website Promedia Verlag Der Wiener Spionagezirkel

Migration ist keineswegs ein neu aufgetretenes Phänomen unserer Tage, vielmehr begleiten und prägen Wanderbewegungen seit Urzeiten die Menschheitsgeschichte. So ergaben genetische Analysen, dass es sich bei der 1991 am Hauslabjoch aufgefundenen Eismumie mitnichten um einen tiroler Ureinwohner handelte, Ötzis Familie stammte aus dem fernen Anatolien. Rund 1000 Jahre später wurde im Europa der Bronzezeit nicht nur Handel über große Distanzen getrieben, auch Arbeitsmigration existierte bereits. Zu allen Zeiten verließen Menschen aus durchaus unterschiedlichen Gründen ihren Aufenthaltsort und zogen weiter. Mal waren es große Gruppen, die sich mitunter recht plötzlich in Bewegung setzten, mal waren es kleinere, aber kontinuierlich laufende Wanderungsströme. Stillstand herrschte in Europa allenfalls vorübergehend.

Anhand sorgfältig aufgearbeiteter Beispiele demonstrieren Susanne Mauthner-Weber und Hannes Leidinger, dass Migration seit prähistorischen Zeiten stets ein bestimmender Faktor bei der Entwicklung unserer Gesellschaften und Kulturen war – woran sich letztlich nichts geändert hat.

Website Leykam Verlag Zuhause ist anderswo

Mit einem wahrhaft rauschenden Fest zu Wasser und zu Lande feierte klingt.org jüngst 25-jähriges Bestehen. In die Jahre gekommen ist die bunte Community deshalb noch lange nicht, davon zeugen zahlreiche Events verschiedenster Art, an denen ihre Mitglieder laufend beteiligt sind. Oder von ihnen selbst kuratiert und veranstaltet werden, wie allmonatlich am blöden dritten Mittwoch. Nachwuchsprobleme scheinen unbekannt, es ist ein fröhliches Neben-, Mit-, bisweilen Durcheinander von jungen und arrivierten Künstler*innen. Mit einem Wort: ein Erfolgsprojekt mit besten Aussichten auf weitere 25 Jahre bessere Farben.

Oliver Stotz und Dieter Kovacic aka dieb13, beide nicht nur als Musiker tätige Mitbegründer von kingt.org, sehen live im Studio der Tatsache ins Auge, dass die zweieinhalb Jahrzehnte alles andere als spurlos an ihnen vorübergezogen sind.

Website klingt.org
Website dieb13.klingt.org
Website oliver.klingt.org

Margarethe Schütte-Lihotzky, Bertha Pappenheim und Friedl Dicker-Brandeis – drei Frauen, die für ihre Vorstellungen kämpften, als Pionierinnen Außerordentliches schufen und dafür wenig Dank erfuhren. Susanne Höhne, Johanna Mertinz und Irene Suchy haben sich eingehend mit ihren Schicksalen befasst und Texte gestaltet, die nun im Museum für angewandte Kunst MAK als Stationentheater zur Aufführung kommen.

Als Darstellerinnen werden Johanna Mertinz, Vivenne Causemann und Jaschka Lämmert zu erleben sein. Das Ensemble REIHE Zykan + wird unter der Leitung von Michael Mautner Musik von Hildegard von Bingen bis Kurt Schwitters und Mayako Kubo zu Gehör bringen.

Gespielt wird an den drei Samstagen 8., 15. und 22. März 2025 jeweils 15:45 Uhr bis 17:45 Uhr im MAK, Stubenring 5, 1010 Wien.

Susanne Höhne, Johanna Mertinz und Michael Mautner erörtern live im Studio, wie es zu dieser Koproduktion kam und weshalb das Museum für angewandte Kunst der rechte Ort ist, sich mit diesen drei Frauen auseinanderzusetzen.

Website Beseder
Website maezenatentum.at
Website REIHE Zykan +
Website MAK Ich will mich nicht an diese Regeln halten.
Website Johanna Mertinz
Website Michael Mautner

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