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Radio Dispositiv

die Sendung im Programmfenster

Live zu hören auf ORANGE 94.0 in Wien, FRO in Linz, FREIRAD in Innsbruck, PROTON in Dornbirn, Radio B138 in Kirchdorf oder zu beliebigen Zeitpunkten hier auf diesem Web2.0site. Auch bekömmlich als PODCAST Feed:

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Als politische Kämpferin der europäischen Arbeiterbewegung ist Rosa Lxemburg im Gedächtnis geblieben. Weniger bekannt sind ihre wissenschaftlichen Arbeiten, insbesondere ihr 1913 erschienenes Hauptwerk ‚Die Akkumulation des Kapitals‘ und die darin entwickelte Imperialismustheorie verdienen Beachtung und nähere Auseinandersetzung. Trug sie damit doch viel zum Verständnis der kapitalistischen Wirtschaftsweise bei, analysierte sowohl ökonomische als auch gesellschaftliche Zusammenhänge und formulierte Gedanken, die auch heute noch von Relevanz sind.

Mit diesem wichtigen Aspekt ihres Wirkens befasst sich der in Wien lebende Ökonom Koen Smet in seinem Beitrag zur demnächst erscheinenden Anthologie ‚Rosa Luxemburg – Von der Ikone zur Person‘. Live im Studio diskutiert er mit Margarete Maurer, Philosophin, Naturwissenschaftlerin und Herausgeberin besagten Buches, welche Bedeutung Luxemburgs Arbeit als kritische Politökonomin in ihrer Zeit hatte und was wir auch heute noch daraus lernen können.

Website Koen Smet
Website Rosa Luxemburg Institut (RLI)
Website Verein für interdisziplinäre Forschung und Praxis (ViF)
Website Philosophische Praxis Veranstaltungen
Youtube Channel Philosophische Praxis
Website Nächte der Philosophinnen
Website RLI Verlag

Rosa Luxemburg – Von der Ikone zur Person Teil I

Anfang November 2025 wurde dem Freien Radio Orange 94.0 seitens der Stadt Wien die Einstellung der Förderung mit Ende des laufenden Jahres angekündigt. Unter Hinweis auf langfristige Bindungen und Verantwortlichkeiten, die unmöglich so kurzfristig aufzulösen sind, konnte für 2026 immerhin das Zugeständnis eines stark gekürzten Notbudgets erreicht werden. Unter schmerzhaften Einsparungen bleibt also ein knappes Jahr, um das Radio neu zu strukturieren und seine Finanzierung auf gänzlich andere Beine zu stellen. Möge die Übung gelingen.

Doch Orange 94.0 ist lediglich ein Beispiel für den Druck, unter den zahlreiche zivilgesellschftliche Einrichtungen geraten sind. Leidtragende sind nicht nur die direkt betroffenen Projekte und Institutionen, oftmals sind ganze Gesellschaftsgruppen vom Verlust ihrer Orte, Vernetzungen und Services bedroht. Wichtige zivilgesellschaftliche Errungenschaften fallen Maßnahmen zum Opfer, deren Sparpotenzial mehr als zweifelhaft ist, weil nicht selten mit hohen Kostenzuwächsen an anderer Stelle gerechnet werden muss.

Hans Christian Voigt vom Vorstand des Trägervereins von Orange 94.0 analysiert die Situation und erläutert Strategien, mit deren Hilfe das Schlimmste abgewendet werden könnte.

Website Orange 94.0

Auch nach 1945 war militärische Gewalt beileibe nicht aus Europa verschwunden, mehrfach fand sie direkt an Österreichs Grenzen statt. Es waren keineswegs Jahrzehnte himmlischen Friedens, die mit Russlands fehlgeschlagenem Versuch, die Ukraine in einem Blitzkrieg niederzuwerfen, unvermittelt endeten. Weder in Europa, noch sonst wo auf der Welt.

Dennoch ist seither vieles anders. Der Krieg ist in den Köpfen angekommen und scheint ein bedrohlich großes Stück Richtung Normalität gerückt, wenn ausgerechnet der Präsident der westlichen Führungsmacht militärische Gewalt unverhohlen als legitimes Mittel seiner Politik betrachtet. Aufrüstung gilt als scheinbar alternativloses und kaum hinterfragbares Gebot der Stunde.

Aber ist das alles wirklich so unausweichlich, wie es den Anschein hat? Mitnichten, meint Claudia Brunner, Sozialwissenschaftlerin und Leiterin des Zentrum für Friedensforschung und Friedensbildung der Universität Klagenfurt. Ganz im Gegenteil, der erschreckend schnell wieder geläufig gewordenen Kriegslogik muss widersprochen, eine Friedenslogik entgegengesetzt werden.

Live im Studiogespräch diskutiert sie mit der Philosophin Margarete Maurer, wie gelebter Antimilitarismus in Zeiten rollender Panzer und todbringender Drohnen aussehen kann.

Webste Zentrum für Friedensforschung und Friedensbildung
Website Epistemic Violence
Website transcript Claudia Brunner
Website Verein für interdisziplinäre Forschung und Praxis (ViF)
Website Philosophische Praxis Veranstaltungen
Youtube Channel Philosophische Praxis
Website Nächte der Philosophinnen

Themenverwandte Sendungen der Reihe:

10.02.2025 – Was heißt Frieden – Margarete Maurer, Brigitte Holzner
08.04.2024 – Sexualisierte Gewalt in bewaffneten Konflikten I – Margarete Maurer, Brigitte Holzner, Rosa Logar, Matthias Hirsch
26.08.2024 – Sexualisierte Gewalt in bewaffneten Konflikten II – Margarete Maurer, Brigitte Holzner, Matthias Hirsch

Maria Radutu, Eva Klampfer aka LYLIT und Phoebe Violet. Drei Musikerinnen, die sich in mehreren musikalischen Welten bewegen, jede für sich und alle gemeinsam. Dienstag 17. Februar 2026 treffen sie einander im MuTh zu einem Abend jenseits aller gemeinhin zwischen Klassik, Pop und Soul vorschnell gezogenen Grenzen. Zwei Klaviere werden auf der Bühne stehen, es wird gesungen und gespielt, soviel ist klar. Was sonst noch erwartet werden darf, verraten Eva Klampfer und Maria Radutu live im Studiogespräch.

Website MuTH Maria Radutu & LYLIT feat. Phoebe Violet
Website Maria Radutu
Website LYLIT
Website Phoebe Violet

Als einflussreiche Vertreterin der europäischen Arbeiterbewegung und streitbare Kriegsgegnerin, die für ihre Anti-Kriegs-Reden und für ihre sozialistischen Haltungen mehrfach Gefängnisstrafen auf sich nahm, ging Rosa Luxemburg in die Geschichte ein. Im Verlag des Rosa Luxemburg Institutes (RLI) kommt demnächst ein neues Buch über sie heraus, in dem Margarete Maurer als Herausgeberin und Mitautorin Texte von zwölf Autorinnen versammelt, die wichtige Aspekte ihrer facettenreichen Persönlichkeit und ihres Wirkens aus unterschiedlichen Positionen beleuchten.

Die Bauingenieurin und Sozialwissenschaftlerin Evelin Wittich setzt sich in ihrem Beitrag mit Luxemburgs Bezügen zu Natur, Naturwissenschaften und Politik auseinander. Drei Bereiche, die sowohl in ihrem Leben als auch in ihrer Arbeit eng miteinander verflochten waren.

Neben Rosa Luxemburgs Bedeutung als historische Persönlichkeit interessiert insbesondere die Frage, welche Erkenntnisse und Orientierungen für unsere gegenwärtige Situation sich aus ihrem Denken und ihrem Werk ziehen lassen.

Website Rosa Luxemburg Institut (RLI)
Website
Verein für interdisziplinäre Forschung und Praxis (ViF)
Website Philosophische Praxis
Veranstaltungen
Youtube Channel
Philosophische Praxis
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Nächte der Philosophinnen
Website
RLI Verlag
Website
Rosa Luxemburg Stiftung (RLS)

Rosa Luxemburg – Von der Ikone zur Person Teil II

Jürgen Schmidt ist Mitbegründer und CEO eines IT Unternehmens, das unter anderem maßgeschneiderte Managementsysteme entwickelt, die sowohl zur Unterstützung innerbetrieblicher Arbeitsabläufe als auch der Präsentation nach außen dienen. Doch auch Forschung abseits konkreter Projekte wird betrieben. So ist die Auseinandersetzung mit KI schon seit Jahren ein wichtiges Thema und hat auch fallweise bereits zu praktischen Anwendungen geführt. Dort nämlich, wo ihr Einsatz tatsächlich sinnvoll erscheint, das heißt einen feststellbaren Nutzen bietet.

Im Studiogespräch berichtet Jürgen Schmidt von Missverständnissen bezüglich der Fähigkeiten von KI, erklärt, wo die wahren Aufgaben seiner Ansicht nach lägen und weshalb die Hypes verlässlich in falsche Richtungen laufen. Auch Schwächen, Probleme und Gefahren, die mit diesen Technologien einhergehen (denn es sind deren mehrere), sollen nicht unerwähnt bleiben.

Website STRG.

Marchfeld – Anton Tantner im Studiogespräch

Montag, 5. Jänner 2026 10:00

Der Historiker Anton Tantner ist ein Mensch mit breit gestreuten Interessen, kaum ein Forschungsfeld scheint vor ihm sicher. So hat er vor einigen Jahren das nur auf den ersten Blick unscheinbare Marchfeld als Zielgebiet für sich und seine Arbeit entdeckt. Die Schlacht bei Dürnkrut, deren Ausgang das Schicksal Europas für Jahrhunderte bestimmte, war bei weitem nicht die einzige bemerkenswerte Begebenheit, die sich auf der 900 km² umfassenden Ebene östlich von Wien zutrug. Für Bewegung sorgten nicht zuletzt auch Wanderdünen, die das landschaftliche Erscheinungsbild laufend veränderten und im Zusammenwirken mit Flugsand verheerende Folgen für die Bevölkerung mit sich brachten. Nach einer langen Reihe allenfalls eingeschränkt erfolgreicher Versuche gelang es erst im 19. Jahrhundert, der zunehmenden Versteppung Einhalt zu gebieten.

Nach mehreren Publikationen zum Marchfeld und seiner Historie hat Anton Tantner nun im Wieser Verlag in der Reihe Europa Erlesen eine Anthologie herausgegeben. Die dort versammelten Texte von Autor*innen aus vier Jahrhunderten nähern sich dem Marchfeld aus den verschiedensten Richtungen, entsprechend vielfältig sind ihre Perspektiven.

Website Anton Tantner
Mastodon mastodon.social/@adresscomptoir
Website Wieser Verlag Marchfeld

Tanz*Hotel – Bert Gstettner im Studiogespräch

Montag, 29. Dezember 2025 10:00

Bert Gstettner sieht sich als Tänzer und Choreograph in jener zweiten Generation von Pionier*innen der experimentellen Tanzszene in Wien verwurzelt, die in den 1980er Jahren im Rahmen der WUK-Initiativen entstand. Nach Jahren in Paris und New York, in denen er auch eigene Choreographien entwickelte, kehrte er nach Wien zurück und gründete Anfang der 1990er seine Company Tanz*Hotel, mit der er seither aktiv ist.

Nicht nur ín seinen Choreographien verbindet er gern unterschiedliche Generationen, auch die Förderung junger, nachrückender Künstler*innen ist ihm ein Anluegen. So begleitet er sie bei ersten eigenen Produktionen und hat ein Residenzprogramm Artist At Resort ins Leben gerufen.

Live im Studiogespräch schildert er, wie er die im Tanz eingetretenen Veränderungen und Entwicklungen der letzten Jahrzehnte erlebte und beurteili. Spoiler: nur Ästhetiken und künstlerische Methoden haben sich gewandelt, sondern auch die Produktionsbedingungen.

Website Tanz*Hotel

Spiegelschrift – Susanne Ayoub im Studiogespräch

Montag, 22. Dezember 2025 10:00

Anna Herz ist Schauspielerin und als Kommissarin einer Krimiserie erfolgreich. Sie genießt ihr Dasein als TV-Star, bis plötzlich bedrohliche Briefe auftauchen, die eine dunkle Episode in ihrer Vergangenheit erahnen lassen. Dann erscheint auch noch Mario, ihre vor Jahren unglücklich zu Ende gegangene Jugendliebe, gefolgt von weiteren Personen aus jenen schon fast vergessen geglaubten Tagen. Wer steckt hinter den Drohbriefen, lautet die Frage, wer und warum? Immer tiefer scheint die TV-Kommissarin in einen echten Kriminalfall zu schlittern.

In ihrem jüngsten Roman formt Susanne Ayoub einmal mehr Elemente des Krimi-Genres mithilfe differenziert gezeichneter Figuren zu einem plastischen Gesellschaftsbild. Im Zentrum steht die Geschichte zweier verlorener Lieben, gescheitert an Irrwegen mit teils tragischem Verlauf.

Website Susanne Ayoub
Website Löcker Verlag Spiegelschrift
Website Susanne Ayoub Spiegelschrift

Seit vielen Jahren forscht die Soziologin und Kommunikationswissenschaftlerin Astrid Mager am Institut für Technikfolgenabschätzunng (ITA) der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (ÖAW). Fragen nach den Auswirkungen neuer Technologien auf die Gesellschaft stellen sich längst in allen Lebensbereichen, entsprechend vielfältig ist das Forschungsfeld. Und überdies stark wachsend, denn die fortschreitende Digitalisierung wirft laufend neue Themen auf, die unterschiedlichste Aspekte bergen.

Einen ihrer Forschungsschwerpunkte setzt Astrid Mager derzeit auf die Automatisierung von Ämtern. Wie können verwaltungstechnische Abläufe mithilfe digitaler Technologien sinnvoll vereinfacht und beschleunigt werden, ohne dabei in eine Überwachungsgesellschaft zu schlittern? Welche Effekte und Dynamiken sind zu erwarten, wenn Algorithmen an die Stelle zwischenmenschlicher Interaktionen treten? Ist es ratsam, KI in Entscheidungsfindungen einzubinden, und wenn ja, in welcher Weise? Was ist dabei zu bedenken, wo könnte die Allgemeinheit in welcher Form profitieren, wo lauern die Gefahren?

Website Astrid Mager
Website ÖAW Astrid Mager
Website ÖAW Institut für Technikfolgenabschätzung

Bereits zum fünften Mal fand von 21. bis 30. November 2025 das Rotlichtfestival für analoge Photographie statt. Geboten wurden Ausstellungen, Workshops, Vorträge, Photo Walks und Side-Events an zahlreichen Veranstaltungsorten in (fast) ganz Wien. Ein besonderer Gast war der ukrainische Photograph Oleksandr Glyadyelov, der Führungen durch sein persönliches Werk gab und sich für Artist Talks zu Verfügung stellte.

Auch der traditionelle Wettbewerb fand wieder statt. 332 Projekte aus 43 Ländern wurden diesmal beim Open Call eingereicht, eine hochkarätig besetzte Jury kürte schließlich 20 Gewinnerinnen und Gewinner.

Dino Rekanović und Michael Laubsch ziehen live im Studio ein Resümee des heurigen Festivals und berichten von künftigen Plänen.

Website Rotlicht – Festival for Analog Photography
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Website Zigutamve Photography
Website Wiener Alchemisten
Website Michael Laubsch

In den 15 Jahren ihres Bestehens hat sich die NGO epicenter.works zur weit über Österreich hinaus gehörten Stimme gemausert. In Zusammenarbeit mit internationalen Netzwerken ist man bemüht, das immer komplexer werdende Themenfeld digitaler Überwachung im Blick zu behalten, Entwicklungen frühzeitig zu erkennen und zu analysieren. Da kommt allerlei zusammen, denn welche neue Technologie der letzten Jahre hätte nicht zumindest das Potenzial, zu Überwachungszwecken missbraucht zu werden?

Wo immer es möglich scheint, wird versucht, korrigierend einzugreifen. Oder zumindest warnend. Durchaus erfolgreich, was Aufklärung und Bewusstseinsbildung betrifft. Selbst Einflussnahme auf politische Diskurse gelingt bisweilen, nicht wenige Gesetzesvorhaben konnten verhindert oder zumindest abgeschwächt werden. Auch der eine oder andere Sieg vor Gericht wurde erreicht. Dennoch sieht die Welt nicht rosig aus. Immer mehr direkte und indirekte Konsequenzen treten beim Einsatz digitaler Technologien zutage, die entsprechend viele Gefahrenquellen mit sich bringen. Drohende Kollateralschäden übersteigen oftmals den Nutzen und sind im Fall ihres Eintretens kaum zu beheben.

Sebastian Kneidinger von epicenter.works erläutert live im Studio, welche Themen das Team aktuell am meisten beschäftigen und welche Perspektiven er für künftige Entwicklungen sieht.

Website epicenter.works

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